@joebel @zermattunplugged 2017 Foto: @george Zermatt Unplugged

Unplugged! In Zermatt dauert die Wintersaison dank dieses Musikfestivals ewig.

Die Hochsaison beginnt jetzt! Zermatt hat vieles, was andere nicht haben. Das fantastische «Unplugged Festival» beispielsweise (9.-13. April), das ein ganzes Dorf verzaubert. Pistenrestaurants mit Sonnenterrassen und Matterhorn-Blick, in denen die Hochsaison erst jetzt beginnt. Starke Köche unten im Dorf. Der aktuelle GaultMillau-Report, rechtzeitig vor dem Festival. Und eine Empfehlung: Frühzeitig reservieren! Grosses Bild oben: Florian Neubauer ist im «After Seven» Küchenchef und DJ in Personalunion.

Myoko Schweizerhof Zermatt

Feuer Frei! Die Myoko-Chefs lassen die Flammen neu im «Schweizerhof» steigen.

Die Überraschung: Das neue Myoko. Das Myoko ist umgezogen. Teppanyaki-Food, Sushi und Sashimi gibt es neu im verblüffenden Viersterne-Hotel Schweizerhof mitten im Dorf. Erster Eindruck: 100 % Michel Reybier-Lifestyle, helles Holz, warme Orange- und Rottöne, Onyx-Bar; an die Bässe des DJ’s kann man sich gewöhnen. Die Chefs geben Vollgas: Nigiri mit Aal, Seeigel und Gelbschwanzmakrele. Sashimi vom «fetten» Otoro. Kagoshima- Beef, dry aged Enten und Black Cod vom Robatayaki. Nur die Gyoza müssen nochmals auf den Prüfstand: Das geht besser. Rating: 13 Punkte. Kommt bald einer dazu?

Innenansicht Restaurant After Seven ohne Gaeste. After Seven Zermatt, 6.4.2017 © HO

Design Heinz Julen: Das «After Seven» ist in Zermatt eine Spitzenadresse.

 

Backstage: «Flo» & seine Suppenmaschine. Heinz Julens «Backstage Hotel» ist Drehscheibe des «Unplugged»-Festivals – und Chef Florian Neubauer der kreativste Koch im Dorf: Fantastisches Kartoffel-Cannelloni, gefüllt mit Sauce Hollandaise-Espuma und Kaviar. Und eine Kaffeemaschine, die zur «Suppenmaschine» umfunktioniert wurde. In der Essenz Shiitake-Pilze, Zitronengras, Kaffirlimettenblätter, Frühlingslauch und zum Schrecken vieler ein veritabler Hahnenkamm. Chefin Margaux und ihre Kolleginnen rocken erst das Dinner (dauert vier Stunden!), stehen dann im Club hinter die Bar. Ramazzotti Sour ist gerade angesagt. GaultMillau Rating: 17 Punkte.

Zermatt 2023: Restaurant Capri: Tagliolini, Gamberi Rossi

Signature Dish im «Capri»: Tagliolini, Gamberi rossi, Burrata, Meeresspargeln.

René "Cookie" Kockelkoren - Chefkoch Harry Switalla übergibt anfangs April an seinen Vize René "Cookie" Kockelkoren - Grill Le Cervin, Hotel Mont Cervic Palace, Zermatt - 2. März 2019 - Copyright Olivia Pulver

Er kann Fisch: René «Cooky» Kockelkoren, Executive Chef im Mont Cervin Palace.

Tagliolini mit Gamberi rossi, Austern vom Ecailler. Endspurt im Swiss Deluxe Hotel Mont Cervin Palace. Vom «Capri» bin ich wie immer begeistert, auch wenn viele Gerichte schon etwas länger auf der Karte stehen. Die Tagliolini mit Gamberi rossi aus Mazara del Vallo mit Burrata aus Puglia, Meeresspargeln und ein paar Spritzern Zitrone sind ein italienischer Traum. Auch für die wuchtigen «Paccheri con Genovese di vitello» gibt’s für die Ragazzi aus dem «Capri Palace» Sonderapplaus. So kocht in Napoli die Nonna für Söhne und Enkel! Auch «Le Restaurant» im Parterre empfehle ich gerne: Der Ecailler öffnet auf Wunsch dreierlei Austern. Auf dem Eis liegen frisch angelieferte Loup de mer, Sole und Turbot für zwei Personen. Bester Gang im Menü von Chef René «Cooky» Kockelkoren: Langustinen, Fregola Sarda, Bisque. Weintipp: Ein weisser Cos d’Estournel vom Weingut des Besitzers (Michel Reybier). Man gönnt sich ja sonst nichts. GaultMillau Ratings: 17 Punkte fürs Capri, 14 Punkte für «Le Restaurant». Nur noch bis Ostern geöffnet.

Zum See bei Max und Greti - Aussenansicht Winter Zermatt, 12.2.2018 © Marc Kronig

Top-Adresse am Pistenrand: «Zum See» das sympathische Restaurant der Familie Mennig.

Adelino Martins Pinto mit Crèmeschnitte „Zum See“

Chef Adelino Martins Pinto schmeisst den Laden. Crèmeschnitte inbegriffen.

«Zum See»: Milken & Nierli. Wohin an der Piste? «Chez Vrony» bleibt auf Findeln der Platzhirsch, Vrony & Max Julen sorgen für eine fantastische Stimmung auf der fantastischen Terrasse. In der lifestyligen Filiale» «@Paradise» entwickelt sich Ex-Skirennfahrer Elia Zurbriggen zu einem echt guten Gastgeber. Die Stammgäste sind auch mit dem neuen österreichischen Küchenchef Markus Pössenberger sehr zufrieden. Ich kämpfte mich durch den Neuschnee Richtung Weiler «Zum See»; die Mennigs sind hier die fantastischen Gastgeber, seit 40 (!) Jahren schon. Die Kalbsmilken mit Morcheln und breiten Nudeln waren grossartig, die Nierli und die scharfe, mediterrane Fischsuppe ebenfalls. In der Kleinst-Küche der portugiesische Chef Adelino Martins Pinto. Die Ruhe selbst.

Tannenhof Hotel und Restaurant Golden Lok, Zermatt, VS

Neu: Spaghetti & Co. rund um die goldene Lok.

Küchen Team

Chefkoch & Entertainer: Leonardo Brunetti mit seinen Ragazzi.

Der Tanz um die Goldene Lok.  Andernorts tanzt man ums «Golden Kalb», in Zermatt isst man neben der «Golden Lok». Eine Loki von der Gornergratbahn (Baujahr 1898!) wurde in den Keller des «Tannenhofs» versenkt. Die «Golden Lok» ist ein Fall für Brunetti. Leonardo Brunetti, in der Toskana aufgewachsen ist wortgewaltiger Entertainer und verlässlicher Koch zugleich. Am liebsten stellt er ein paar Pasta-Pfannen mitten auf den Tisch («Pasta mista in Padella»), die Gäste greifen begeistert zu. Nebenan im «Zermatterhof» rumpelt’s: Peter Zimmermann (GaultMillaus «Sommelier des Jahres» 2023) zieht im Sommer weiter, Altmeister Heinz Rufibach (16 Punkte im «Prato Borni») ist unzufrieden. Nur die leidenschaftliche Emmentaler Köchin «Miri» Schwarz (13 Punkte im «Lusi») strahlt wie eh und je und schickte einen Supergang raus: Kalbskopf mit Safran aus Mund! Ein geniales Brasserie-Gericht.

Gastgeber Alexander Aufdenblatten und Küchenchef Hannes Urban - Brasserie Emma, Zermatt - Januar 2024 - Copyright Olivia Pulver

Eine neue Adresse mitten in Zermatt: Brasserie Emma mit Gastgeber Alexander Aufdenblatten und Küchenchef Hannes Urban.

Die Aufdenblatten-Saga. In einem unscheinbaren Wohnhaus nahe der Bahnhofstrasse bitten die Aufdenblattens zu Tisch, Vater Alex hat mit seinem «China Garden» seit Jahren Erfolg, auch bei den Einheimischen. Die Bestseller von Chef Lijun Chen bei meinem letzten Besuch: Peking Ravioli, frische Kalbsleber Szechuan Style, Hirsch an rassiger Pfeffersauce (GaultMillau Rating: 14 Punkte). Im Keller ist Sohn Alexander der Boss. Er führt zusammen mit seinem Chef Hannes Urban die Brasserie Emma, die neu auch auf der Lifestyle-Liste GaultMillau POP aufgeführt ist. Auf der Karte: Slow cooked Short Ribs, Skrei mit Blutwurst, Chainsteaks und «Omas Gurkensuppe».


>> www.zermatt.ch
 

Fotos: Alain Amherd, Christian Pfammatter, Gregory Eberle Photography, HO, Joe Condon, Marc Kronig, Marcus Gyger, Olivia Pulver, Thomas Buchwalder